La Gomera erhebt sich nahezu kreisförmig aus dem Meer. Sie ist mit 370 km² nach El Hierro die zweitkleinste Insel des Kanarischen Archipels. Ihr Anteil an der Gesamt-Kanarenfläche liegt bei 5%. Die Insel hat einen Durchmesser von etwa 25 km.
La Gomera ist ein Kleinod für jeden Entdecker und individuell reisenden Feriengast und natürlich ein Paradies für Naturfreunde und Wanderer.
Nirgendwo auf den Kanarischen Inseln ist die Landschaft so wildromantisch wie auf
La Gomera. Karge Berge, gewaltige Schluchten, fruchtbare Täler, eine üppige Vegetation im zentralen Hochland, hier besonders der tropische Nebelwald El Cedro und die steil terrassierten Berghänge prägen das Bild
La Gomeras.
Es gibt nicht viele Hotels und Ferienwohnungen für Reisende und Tagestouristen, daher ist die Landfläche weitgehend unberührt geblieben, was wiederum so anziehend wirkt.
La Gomera ist eine ruhige und harmonische Insel mit für die Kanaren typischer Architektur. In ihrer Mitte befindet sich der höchste Berg, der Alto de Garajonay (1.487 m).
Er wird von zahlreichen (ca. 40, insgesamt hat Gomera über 50 tiefe Barrancos) vegetationsreichen Schluchten (Barrancos) umgeben, welche die Insel in Richtung Meer zerschneiden. Der Name Garajonay geht auf die Ureinwohner, die Guanchen, zurück, in deren Sprache er “Heiliger Berg” bedeutete. Eine weltweite Besonderheit brachten diese Menschen hervor: sie entwickelten eine Pfeifsprache (El Silbo, übersetzt: “der Pfiff”), mit der sie sich über weite Entfernungen verständigen konnten.
Je nach Wetter- und Windverhältnissen ist dies sogar bis zu 8 km möglich. El Silbo wurde auf die UNESCO-Liste der erhaltenswerten Kulturgüter aufgenommen. Damit diese Art der Fernkommunikation nicht ausstirbt, wird sie auch heute noch an den Schulen
La Gomeras als Pflichtfach gelehrt.
Anreise nach La Gomera von Teneriffa
1. Vom Flughafen Teneriffa - Süd können Sie mit dem Bus von der Hafenbushaltestelle noch ca. 500 m zum Anleger oder einem Taxi nach Los Christianos in den Hafen fahren. Die Fahrt mit dem Taxi dauert ca. 20 Minuten und kostet ca. 20 EUR. 2. Von Los Christianos geht es mit der Fähre oder dem Schnellboot nach San Sebastian, der Hauptstadt von
La Gomera weiter. Die Fahrt mit der Fähre kostet ca. 16 EUR pro Person und dauert 1,5 Stunden.
Die Hauptstadt San Sebastian
Mit seinen ca. 5600 Einwohnern ist San Sebastian recht überschaubar. So klein das Städtchen auch ist, es verfügt über alle notwendigen Einrichtungen. Einen Hafen, kleine verträumte Einkaufsgassen, einige historische Bauten, eine Kirche mit historischem Stadtkern, Banken, Autovermieter und was der Tourist oder der Einheimische sonst so benötigt. Hier findet man hinter kleinen Mauern noch eine ländliche Atmosphäre, Obst - und Gemüsegärten und Familientrubel.
Ein schöner Blickfang ist auch das ehemalige Rathaus an der Ostseite des Platzes mit den herrlichen kanarischen Holzbalkonen. Das wohl älteste Gebäude der Stadt befindet sich ein paar Schritte weiter in nördlicher Richtung, das Zollhaus, vor dem auch der wöchentliche Markt stattfindet, es stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Christoph Kolumbus machte hier seine letzte Zwischenstation, bevor er am 6. September 1492 zu seiner Reise nach Indien aufbrach, wobei er Amerika entdeckte. Gerüchte besagen, er solle in Beatriz de Bobadilla verliebt gewesen sein, weshalb er seinen Aufenthalt länger als notwendig hinzog. Zumindest half sie ihm bei der Reparatur eines seiner Schiffe. Angeblich wurde außerdem der amerikanische Kontinent erstmals mit Quellwasser aus einem Brunnen in San Sebastián de
La Gomera geweiht.
Strände von La Gomera
Besonders Badeurlauber zieht es an die sonnigen Sandstrände des Valle Gran Rey. Die oft stürmischen Wintermonate lassen den üppigen Sandvorrat allerdings schon mal stark zusammenschrumpfen. Größere Kieselsteine bedecken dann den Boden. Der Playa del Inglés, einer der schönsten Strände
La Gomeras, ist unter den Anhängern der freien Körperkultur sehr beliebt. Schwimmer seien jedoch gewarnt, bei stärkerem Seegang ist die Bucht aufgrund scharfkantiger Felsbrocken und Unterströmungen nicht ungefährlich.
Der Playa de la Calera liegt direkt an der Promenade von La Playa. Feiner dunkler Sandstrand und die ruhige See, machen ihn zu einem beliebten Treffpunkt für Badetouristen und Sonnenanbeter. In den Wintermonaten, wenn die Sonne direkt über dem Meer untergeht, trifft man sich bei Bier und kurzweiligen Gesprächen, um den malerischen Sonnenuntergang zu bewundern.
Die kleine sandige Lagune Playa de Charco ist gut als Planschbecken für Kinder geeignet. Eine vorgelagerte Natursteinmole versperrt den Zugang zum Meer.
Playa de Vueltas, ein kleiner Sandstrand der geschützt im Hafenbecken von Vueltas liegt, ist besonders bei Eltern mit Kindern beliebt.
Etwa 500 m östlich von Vueltas liegt der Playa de Argaga. Wer es einsam und verlassen mag, erreicht den grobsteinigen Strand über eine Schotterpiste, die vom Hafen entlang der Felswand führt.
Sport auf La Gomera
Für Taucher gibt es vor der Küste von
La Gomera viel zu entdecken. Hier ist die artenreiche Unterwasserwelt des Atlantischen Ozeans noch intakt. Gut ausgerüstete Tauchschulen befinden sich im Hotel Jardin Tecina (bei Playa de Santiago) oder in La Playa im Valle Gran Rey.
Segeltouren kann man im "Club de Mar" in Vueltas im Valle Gran Rey buchen. Auch ein mehrtägiger Segeltörn zu den Nachbarinseln El Hierro und/oder La Palma stehen auf dem Programm.
Vor der Südwestküste
La Gomeras kommen über 20 Wal- und Delphinarten vor - eine Artenvielfalt, die international kaum zu übertreffen ist. Darunter einige unbekannte und kaum erforschte Cetaceenarten, wie beispielsweise die Blainville-Schnabelwale und die Rauhzahndelphine. Diese Gewässer bieten optimale Bedingungen für das Beobachten von Walen und Delphinen.