Durchfall, Fieber, Übelkeit: Im Urlaub krank zu werden, ist eine Horrorvorstellung. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, ist der richtige Inhalt der Reiseapotheke von großer Bedeutung. Deshalb lohnt es sich, vor Reiseantritt den Inhalt der Reiseapotheke sorgsam zu planen. Was in keiner Reiseapotheke fehlen sollte.
Das Urlaubziel bestimmt die Reiseapotheke
Die Reiseapotheke wird abhängig vom Urlaubsziel bestückt. Es ist ein Unterschied, ob ein Wanderurlaub in den Bergen, ein Erholungstrip ans Meer, eine sportliche Fahrradtour oder ein Städteurlaub geplant ist. Ist im Vorhinein klar, dass im Urlaub viel gewandert wird, sollten Blasenpflaster auf jeden Fall mit ins Gepäck. Ist man mit dem Flugzeug unterwegs, gehören Nasentropfen und Halstabletten zur Grundausstattung, denn die trockene Luft im Flugzeug reizt die Schleimhäute. Eine Erkältung ist nicht selten die Folge. Bei sportlichen Aktivitäten sind abschwellende und kühlende Sportsalben, Pflaster, Verbände sowie Wunddesinfektionsmittel in der Reiseapotheke Pflicht. Apotheken bieten kleine Erste-Hilfe-Taschen an, die problemlos Platz im Rucksack finden. Für längere Auto- und Busfahrten, aber auch bei Flügen und Schiffsreisen, ist ein Mittel gegen Reiseübelkeit empfehlenswert.
Apotheken bieten Reiseberatung an
Auf der Website der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände empfiehlt Apotheker Mathias Arnold eine von den Apotheken angebotene Reiseberatung: „Idealerweise lassen sich Patienten zwei Monate vor Reiseantritt beraten, dann hat der Arzt noch genug Zeit für alle Reiseimpfungen. Aber auch Last-Minute-Urlauber profitieren von einer Reiseberatung.“ Dabei wird individuell auf den Reisenden und sein Urlaubsziel eingegangen und die passende Reiseapotheke zusammengestellt.
ORS hilft gegen Durchfall
Hohe Temperaturen, ungewohntes Essen, aber auch andere Hygieneumstände stellen für den Körper eine Belastung dar – oft ist Durchfall die Folge. Wichtig bei Durchfall ist, dass die Flüssigkeits- und Mineralstoffspeicher wieder aufgefüllt werden. Hierfür empfiehlt das Deutsche Grüne Kreuz für die Reiseapotheke ein Mittel zur oralen Rehydratation wie Oral Rehydratation Salts (ORS).
Weitere Tipps für die Reiseapotheke
Wer regelmäßig bestimmte Medikamente einnehmen muss, sollte darauf achten, genügend Vorrat in die Reiseapotheke zu packen. Die Reiseapotheke gehört ins Handgepäck. Dort sind diese Medikamente gleich zur Hand, wenn man sie braucht. Zudem können sie nicht mit dem Koffer verloren gehen, denn im Ausland ist es oft schwierig, die benötigten Medikamente zu beschaffen. Müssen regelmäßig Medikamente eingenommen werden, die dem Betäubungsmittelgesetzt unterliegen, die sehr stark wirken oder müssen gar Spritzen im Gepäck mitgeführt werden, muss vor Reiseantritt die Rechtslage in dem zu bereisenden Land überprüft werden. Nicht selten wird bei Grenzübertritt eine ärztliche Bescheinigung verlangt. Wichtig ist, dass sie auch in Englisch verfasst ist und Informationen zu der erforderlichen Dosis enthält. So kann abgeschätzt werden, ob die Menge wirklich nur für den Eigengebrauch bestimmt ist. Wichtig ist, dass die ärztliche Bescheinigung behördlich beglaubigt wird. Die Formulare können auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) heruntergeladen werden.
Krank im Urlaub – und jetzt?
Treten Krankheitssymptome auf, sollte das Medikament benutzt werden, dass die Symptome gezielt bekämpft. Die Einnahme mehrerer Medikamente ist nicht ratsam. Wichtig ist, dass man die Einnahmevorschriften auf dem Beipackzettel des Medikamentes sorgfältig liest und einhält. Halten die Beschwerden länger an, muss ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch bei plötzlich auftretendem Fieber, Herzrhythmusstörungen, Bewusstseinstrübungen und -störungen, Lähmungen sowie unklaren Schmerzen um Brust- oder Bauchraum.
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